Hamburg/München (AFP) — Die sogenannte Sauerland-Zelle der Terrororganisation "Islamische Dschihad-Union" ist offenbar schon früh von Geheimdiensten und Polizei unterwandert worden. So habe eine Lieferung von 26 militärischen Zündern an die Gruppe um den beschuldigten deutschen Konvertiten Fritz G. im August 2007 unter den Augen des US-Geheimdienstes CIA und eines türkischen Dienstes stattgefunden, berichtet der "Spiegel". Einer der Islamisten, die die Zünder in Istanbul besorgten, sei seit Jahren Informant der amerikanischen und türkischen Sicherheitsbehörden.
Dem "Spiegel" zufolge platzierte die deutsche Polizei zudem zwei Vertrauenspersonen im Umfeld des mutmaßlichen Komplizen von G., Daniel S. Einer der Informanten sei für sechs Wochen in eine Saarbrücker Wohngemeinschaft gezogen, in der S. sich aufgehalten habe, und habe unter anderem Details über dessen Tagesablauf und seinen Laptop an die Behörden weitergeleitet.
Derweil berichtet der "Focus", G. habe als mutmaßlicher Rädelsführer der vor einem Jahr im Sauerland festgenommenen Gruppe die Vorbereitung von in Deutschland geplanten Bombenattentaten offenbar unter anderem mit seinen Hartz-IV-Bezügen finanziert.
Die Bundesanwaltschaft hatte vor wenigen Tagen Ankage gegen die beiden zum Islam konvertierten Deutschen G. und S. sowie den türkischen Staatsbürger Adem Y. beim Oberlandesgericht Düsseldorf erhoben. Die Männer sollen Autobombenanschläge in mehreren deutschen Städten geplant haben, mit denen sie nach Erkenntnissen der Strafverfolger möglichst viele Menschen töten wollten.
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