Hamburg (AFP) — Nach der Brandkatastrophe in Ludwigshafen vermuten die Ermittler den Brandherd im Keller des Wohnhauses. Diese Vermutung stütze sich auf die Aussage eines Bewohners, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Der Mann sei von seinen Enkeltöchtern auf das Feuer aufmerksam gemacht worden und ins Erdgeschoss gelaufen. Dort hätten die Kellertür und eine Wand zum Keller in Flammen gestanden. Die Polizei wollte sich zu dem Bericht zunächst nicht äußern. Heute soll in Ludwigshafen eine Trauerfeier für die neun Toten der Brandkatastrophe stattfinden.
Zweifel bestehen Presseberichten zufolge auch an den Aussagen der beiden Mädchen, die den Verdacht der Brandstiftung ausgelöst hatten. Sie hatten angegeben, im Hauseingang einen Mann gesehen zu haben, der mit Feuer hantiert habe. Ihrem Großvater hätten sie aber von einem Fremden im Flur nichts gesagt, berichtet der "Spiegel". Auch das Magazin "Focus" berichtet von Zweifeln der Ermittlern an den Aussagen der Mädchen. Die Kinder hätten nur vage Angaben gemacht und sich bei der Beschreibung des angeblich beobachteten Mannes widersprochen, berichtet das Magazin unter Berufung auf ein Vernehmungsprotokoll. Die Staatsanwaltschaft hatte bislang eine Bewertung der Aussagen abgelehnt.
Die Elektrik in dem Haus war den Berichten zufolge marode. Die elektrischen Leitungen seien "unsachgemäß verlegt worden", zitiert "Focus" einen Brandfachmann. Zudem gebe es eine Zeugenaussage, wonach im Keller des Gebäudes illegal Strom abgezapft worden sei. Laut "Spiegel" berichtete eine Angehörige der Opfer und ein früherer Mieter, dass die Elektrik des Hauses in einem maroden Zustand gewesen sei. Eine Polizeisprecherin sagte, die Berichte könnten weder dementiert noch bestätigt werden. Mit ersten Zwischenergebnissen der Untersuchungen könne Anfang der Woche gerechnet werden.
Heute ist in Ludwigshafen eine Trauerfeier vor der Brandstelle geplant. An ihr wird nach Angaben der Bundesregierung die Integrationsbeauftragte der Regierung, Maria Böhmer (CDU), teilnehmen.
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