Drei Deutsche beim Canyoning in Frankreich tödlich verunglückt

Draguignan (AFP) — Tragisches Ende einer Schluchtentour in Südfrankreich: Beim Canyoning an einem Nebenarm des Verdon ist eine deutsche Reisegruppe am Mittwoch von einem Unwetter überrascht worden - zwei junge Frauen und ihr Führer starben. Die Opfer stammten aus Dortmund und Umgebung, wie die Polizei im französischen Castellane am Donnerstag mitteilte.

Nach ersten Erkenntnissen begann die Gruppe - zwölf Urlauber zwischen 25 und 35 Jahren - am Nachmittag mit ihrer Tour in der Schlucht von Baou. Der Nebenlauf des Verdon ist für Anfänger normalerweise gut geeignet, doch habe sich der Fluss nach dem Unwetter "binnen Sekunden" in einen reißenden Strom verwandelt. Eine bis zu drei Meter hohe Welle mit Ästen und allen möglichen Gegenständen sei durch den Kanyon geschossen. Sie habe die Urlauber erfasst und mitgerissen.

Erst am Abend gelang es einem der Urlauber, sich aus dem reißenden Wasser ans Ufer zu retten und einen Hilferuf abzusetzen. Für die beiden jungen Frauen und ihren Führer kam aber jede Hilfe zu spät. Eine weitere Frau wurde mit Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht.

Die Urlauber waren eigens für das Canyoning nach Südfrankreich gekommen, wo sie auf einem Campingplatz im Verwaltungsgebiet Var zelteten. Die Polizei nahm Ermittlungen zu den genauen Unglücksumständen auf, am Donnerstag befragte sie die Überlebenden.

Die Behörden der Region hatten wegen Hochwassers schon vor Tagen Wassersport in der Verdon-Schlucht verboten, die Schlucht des Nebenarms Baou war davon jedoch nicht betroffen. Dennoch kritisierte der Unterpräfekt von Castellane, Serge Bideau, das Verhalten der Gruppe. Diese Art von Klettertouren mit Schwimmen und Tauchen durch Flussbette sei "kein harmloser Sport", sagte Bideau. Es gebe gewisse Regeln, und die Urlauber hätten sich wohl nicht ausreichend informiert, bevor sie aufgebrochen seien. Ein örtlicher Führer sagte, das Flussbett des Baou sei seit Tagen überschwemmt. "Selbst bei schönem Wetter wären wir nicht losgegangen."