Speditionsbranche sagt Preisschub und Pleitewelle voraus

Berlin (AFP) — Die drastische Verteuerung von Diesel treibt die Preise in der deutschen Speditionsbranche in die Höhe. Zugleich bedrohe sie mittelständische Transportfirmen in ihrer Existenz, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Güterkraftverkehr (BGL), Karlheinz Schmidt, dem "Tagesspiegel". "Wir werden die höheren Treibstoffkosten an unsere Kunden weitergeben müssen." Die Auftraggeber der rund 11.000 im BGL organisierten Spediteure müssten daher mit Preissteigerungen von "zehn Prozent noch in diesem Jahr" rechnen.

Vor allem für kleinere Spediteure ist es laut Schmidt allerdings kaum möglich, die Kosten an ihre Kunden weiterzugeben - weshalb diese von einer Pleite bedroht seien: "Fünf bis sechs Prozent der Unternehmen werden dieses Jahr Insolvenz anmelden - das sind doppelt so viele wie 2007", sagte Schmidt dem "Tagesspiegel".

Auch Peter Fischer, Vorsitzender des Verkehrsverbands Pro Mobilität, in dem vor allem die Autoindustrie, die Automobilclubs und die Baubranche organisiert sind, fürchtet eine Pleitewelle. "Die Firmen, die auf der Kippe stehen, kommen nun weiter unter Druck", sagte Fischer dem Blatt.