Ford drosselt Bau von spritfressenden Großwagen

Chicago (AFP) — Als Reaktion auf die hohen Benzinpreise will der US-Autokonzern Ford künftig weniger Fahrzeuge mit hohem Spritverbrauch bauen. Die Rekordpreise für Treibstoff hätten die Nachfrage in den USA nach PS-starken Pickup-Trucks und Jeep-Fahrzeugen sinken lassen, teilte das Unternehmen mit. Stattdessen soll der Bau effizienterer Mittelklasse- und Kleinwagen verstärkt werden.

Im zweiten Quartal sollen in Nordamerika nach neuer Planung nur noch 690.000 Fahrzeuge gebaut werden. Das sind 20.000 weniger als bislang geplant und etwa 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Planzahlen für die Folgequartale wurden entsprechend abgesenkt.

Das "Wall Street Journal" berichtet, dass Ford wegen der neuen Planzahlen in einigen Fertigungsstätten die Werksferien verlängere und Schichten streiche. Das Werk in Wayne im Staat Michigan solle im Juni und Juli fünf Wochen lang komplett geschlossen werden. Dort werden die bezinfressenden SUV-Modelle "Expedition" und "Navigator" gebaut. Bislang waren in Wayne zwei Wochen Werksferien üblich. Im Werk Louisville in Kentucky soll im Juni nur eine Schicht pro Tag gearbeitet werden. Erst im Mai war die Fertigungskapazität von täglich drei auf zwei Schichten verringert worden.

Ford-Chef Alan Mulally gab bekannt, dass sein Unternehmen später als bislang geplant aus den roten Zahlen kommen werde. Als Zielmarke für die Profitabilität des Gesamtunternehmens werde ein Zeitpunkt im Jahr 2009 angepeilt, "es sei denn, in der US-Wirtschaft gibt es einen raschen Umschwung, was wir aber nicht erwarten", erklärte Mulally. Auf dem Weg in die schwarzen Zahlen werde Ford vor allem von den vergleichsweise guten Geschäften in Europa und Lateinamerika profitieren.