Israelische Frau bei Selbstmordattentat in Israel getötet

Jerusalem/Gaza (AFP) — Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr haben palästinensische Selbstmordattentäter einen Anschlag in Israel verübt. Nach Angaben der Polizei zündete einer von insgesamt zwei Attentätern einen Sprengstoffgürtel in einem Einkaufszentrum in der Stadt Dimona und riss eine Frau mit in den Tod. Elf Menschen wurden verletzt. Der zweite Attentäter versteckte sich verletzt in dem Zentrum, wurde aber von einem Elitepolizist entdeckt und erschossen, bevor er seinen Sprengstoffgürtel zünden konnte. Zu der Tat bekannten sich die El-Aksa-Brigaden.

Laut einem vermummten Vertreter der El-Aksa-Brigaden wurde der Anschlag gemeinsam mit zwei weiteren bewaffneten Palästinensergruppen ausgeführt. Die beiden Attentäter seien direkt aus dem Gazastreifen nach Dimona gereist, sagte der Vertreter des bewaffneten Arms der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Mehrere israelische Regierungsvertreter hatten zuvor vermutet, die beiden Attentäter seien nach der gewaltsamen Grenzöffnung bei Rafah aus dem Gazastreifen über das ägyptische Sinai-Gebiet eingereist.

Dimona liegt in der Negev-Wüste im Süden des Landes. Der Ort hat rund 40.000 Einwohner. In der Nähe wurde in den sechziger Jahren mit französischer Unterstützung ein Atomkraftwerk gebaut. Zuletzt waren bei einem Selbstmordanschlag im Badeort Eilat am 29. Januar 2007 vier Menschen getötet worden, darunter der palästinensische Attentäter.

Ein Sprecher der Hamas bezeichnete den Anschlag als "heldenhafte Tat". Sie sei die natürliche Antwort auf die israelische Besatzung. Er rief andere militante Gruppen zur Nachahmung auf. Die palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah verurteilte den Anschlag in einer Erklärung, die zugleich einen Einsatz der israelischen Armee in Kabatija im Westjordanland beklagte. Israelische Soldaten hatten dort am Morgen zwei Kämpfer der radikalen Palästinensergruppe Islamischer Dschihad getötet. Im Norden des Gazastreifens wurde später ein weiterer radikaler Palästinenser bei einem Luftangriff getötet.

Der israelische Präsident Schimon Peres verurteilte den Selbstmordanschlag als einen Versuch "widerlicher Terroristen", unschuldige Frauen und Kinder zu töten und den "Friedensprozess im Keim zu ersticken". Ein Sprecher des Außenministeriums kündigte Vergeltung an.