Berlin (AFP) — Im Kampf gegen den Hautkrebs will das Bundesumweltministerium künftig Kindern und Jugendlichen den Besuch von Solarien gesetzlich verbieten. Eine entsprechende Regelung soll im neuen Umweltgesetzbuch verankert werden, wie das Ministerium mitteilte. Bis zur Entscheidung über die gesetzliche Neuerung voraussichtlich im kommenden Jahr sollten Sonnenhungrige nur Solarien mit dem Qualitätssiegel "Geprüftes Sonnenstudio" aufsuchen. Diese Studios verpflichten sich zu besonderen Anstrengungen beim Strahlenschutz, betonten Ministerium, Krebshilfe und Solarienverband SLS zum Start einer gemeinsamen Zertifizierungs-Initiative.
Hautkrebs ist nach Angaben der Deutschen Krebshilfe mit rund 140.000 Neuerkrankungen jährlich die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Dabei stellt die ultraviolette Strahlung in Sonnenstudios ein zusätzliches Gesundheitsrisiko zur natürlichen UV-Strahlung der Sonne dar. "Kinder und Jugendliche haben in Sonnenstudios nichts zu suchen", betonte Umweltstaatssekretärin Astrid Klug. Gerade Kinder seien "besonders anfällig für die negativen Wirkungen der UV-Strahlung". Auch Erwachsene sollen demnach künftig besser geschützt werden: Geplant ist laut Ministerium die europaweite Einführung von Grenzwerten, wonach die UV-Strahlung in alten und neuen Solarien 0,3 Watt pro Quadratmeter nicht übersteigen darf.
Die Solarienbranche begrüßte die Strahlenschutz-Initiative. "Wir setzen uns dafür ein, dass sich möglichst viele Sonnenstudios zertifizieren lassen", betonte der Vorsitzende des Bundesfachverbands Sonnenlicht-Systeme, Jörg Wolff. Ein "Geprüftes Sonnenstudio" ist nach Kriterien des Bundesamtes für Strahlenschutz zertifiziert. Es garantiert seinen Kunden den Angaben zufolge eine Beratung, die Einhaltung der Hygienevorschriften und die Begrenzung der Bestrahlungsstärke. In Studios mit dem Qualitätssiegel ist Jugendlichen zudem bereits jetzt der Zutritt untersagt.
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