Erstmals US-Diplomat bei Treffen zu Irans Atomprogramm dabei

Washington/Teheran (AFP) — Erstmals seit Beginn des Atomstreits mit dem Iran nimmt erstmals ein US-Spitzendiplomat an einem Treffen mit iranischen Unterhändlern teil. Die Nummer drei im US-Außenministerium, William J. Burns, werde am Samstag in Genf an dem Treffen des EU-Außenbeauftragten Javier Solana mit Irans Atom-Unterhändler Said Dschalili teilnehmen, sagte ein Vertreter des Außenministeriums in Washington. Burns werde die iranische Antwort auf das jüngste Angebot der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands entgegennehmen. Die USA und der Iran unterhalten seit 1980 keine diplomatischen Beziehungen mehr.

Ein ranghoher US-Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP in Washington, bei dem Treffen werde Burns keine Verhandlungen führen. Burns werde bekräftigen, dass die Aussetzung der Urananreicherung eine Bedingung für Verhandlungen sei. "Er ist zum Zuhören da, nicht zum Verhandeln." Dem Treffen zwischen Burns und Dschalili habe US-Präsident George W. Bush zugestimmt. Es gehe bei dieser Geste darum zu zeigen, dass es den USA mit dem diplomatischen Weg ernst sei, "aber dass es Konsequenzen hat, wenn der Iran das Angebot nicht akzeptiert". "Die Iraner erhalten hier eine Gelegenheit", sagte der Regierungsvertreter.

Die USA fordern seit langem eine Aussetzung des iranischen Programms zur Urananreicherung als Bedingung für die Aufnahme von Verhandlungen. Teheran lehnt diese Forderung jedoch ab. An dem Treffen in Genf nehmen auch Regierungsvertreter aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China teil.

Solana hatte das neue Angebotspaket der Sechsergruppe Mitte Juni in Teheran überreicht. Es sagt der iranischen Regierung nach US-Angaben bei einem Stopp der Urananreicherung Unterstützung auf den Gebieten Handel, Finanzen, Landwirtschaft und Spitzentechnologie zu. Teheran antwortete mit einem Gegenangebot, in dem es die Lösung mehrerer großer Sicherheitsprobleme in der Welt anbot.

Die Sechsergruppe aus Deutschland sowie den UN-Vetomächten versucht den Iran seit Jahren zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen. Die islamische Republik beharrt dagegen auf ihrem Recht auf friedlich genutzte Atomenergie.

Washington brach seine diplomatischen Beziehungen zum Iran 1980 nach der Islamische Revolution ab. Im vergangenen Jahr hatte es die ersten diplomatischen Kontakte zwischen beiden Ländern seit dem Abbruch der bilateralen Beziehungen gegeben: