Stockholm (AFP) — Der Mangel an Hygiene und Sanitäranlangen in weiten Teilen der Erde steht im Mittelpunkt der heute beginnenden Weltwasserwoche. Rund 2500 Experten wollen bis einschließlich Samstag im schwedischen Stockholm über Wege hin zu einer globalen sanitären Grundversorgung beraten. Nach Angaben des Internationalen Wasserinstituts in Stockholm (SIWI), das die Weltwasserwoche organisiert, hat mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung derzeit keinen Zugang zu richtigen Toiletten. Dies könne dramatische Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
"Es ist nicht sehr populär, über Toiletten, Exkremente und Menstruation zu sprechen", sagte SIWI-Sprecherin Stephanie Blenckner. Aber dies seien wichtige Fragen, die direkt mit dem Entwicklungsstand von Ländern zu tun hätten. "Fünftausend Kinder sterben jeden Tag an Durchfall, weil es an Hygiene und Sanitäranlagen fehlt", sagte Blenckner. Rund 2,6 Milliarden Menschen weltweit fehlten angemessene Sanitäranlagen.
Ein weiteres Thema auf der 18. Weltwasserwoche sollen die schwindenden Wasserressourcen sein. Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik sowie von regierungsunabhängigen Organisationen wollen über den richtigen Umgang mit dem Wassermangel diskutieren. Die stetig wachsende Weltbevölkerung, der Klimawandel und das rapide Wirtschaftswachstum in Asien und Afrika lassen die für den einzelnen verfügbaren Wassermengen immer knapper werden.
Bereits jetzt leidet nach Angaben der Vereinten Nationen ein Fünftel der Weltbevölkerung unter Wassermangel. Diese Zahl wird den Berechnungen zufolge bis 2025 auf 30 Prozent steigen. Die Menschen müssten verstehen, dass ihre Lebensmittel und die Produkte, die sie kauften, direkte Auswirkungen auf die weltweiten Wasserressourcen hätten, sagte Blenckner.
Am Dienstag, dem zweiten Tag der Weltwasserwoche, wollen sich die Teilnehmer Asien widmen, das rund 60 Prozent der Weltbevölkerung stellt und ein besonders starkes Wirtschaftswachstum verzeichnet. Die dort pro Kopf verfügbare Wassermenge sank auf 15 bis 30 Prozent der noch in den 50er Jahren verfügbaren Menge.
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