Skopje (AFP) — Die russische Armee hat Georgien vorgeworfen, in der Nähe der abtrünnigen Provinz Südossetien Truppen zusammenzuziehen. Tiflis stelle die Kampfbereitschaft seiner Truppen wieder her, sagte der russische Vize-Generalstabschef Anatoli Nogowizyn in Moskau. Dabei würden "ausländische Experten" Georgien helfen, seine in den Kämpfen mit Moskau stark beeinträchtigten Streitkräfte wieder aufzubauen. Die EU erwägt mit Blick auf die Krise im Kaukasus Sanktionen gegen Russland.
Das georgische Parlament sprach sich für einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Russland aus. Die russischen Streitkräfte, "einschließlich sogenannter Friedenswächter", wurden zu Besatzern erklärt.
Nach der Anerkennung der Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens durch Moskau hatte Georgien bereits am Mittwoch seinen Botschafter aus Russland abgezogen. Auch die anderen Diplomaten wurden bis auf zwei aus Moskau zurückgerufen, wie Außenministerin Eka Tkeschelaschwili mitteilte.
"Sanktionen werden in Betracht gezogen und auch andere Mittel", sagte der französische Außenminister Bernard Kouchner, dessen Land derzeit den EU-Vorsitz innehat, in Paris. Am Montag beraten die EU-Staats- und Regierungschefs bei einem Sondergipfel über ihre Reaktion auf das russische Vorgehen in Georgien.
Inmitten der anhaltenden Spannungen mit dem Westen testete Russland eine Interkontinentalrakete. Bei einem "Routinetest" sei eine Rakete vom Typ PC-12M Topol im nordwestrussischen Plessezk abgeschossen worden, sagte ein Sprecher der strategischen Streitkräfte nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Dies solle bei der Entwicklung von "Ausrüstung für potenzielle Kampfeinsaätze gegen Boden-Raketen" helfen. Die Topol-Rakete kann Raketenabwehrsysteme durchbrechen. Russland ist ein entschiedener Gegner der US-Pläne, in Osteuropa einen Raketenschild zu errichten.
Die USA entsandten ein drittes Kriegsschiff auf humanitärer Mission in das Schwarze Meer. Die USS Mount Whitney werde auf Kreta Hilfsgüter aufnehmen und wahrscheinlich in der kommenden Woche in Georgien eintreffen, teilte das Verteidigungsministerium in Washington mit. Zwei weitere US-Schiffe hätten ihre Ladung bereits im westgeorgischen Hafen Batumi gelöscht und würden vorerst weiter im Schwarzen Meer kreuzen. Russland wirft der NATO vor, die Hilfslieferungen dienten der "Verschleierung" eines Aufbaus von Marine-Einheiten im Schwarzen Meer.
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