Hamburg (AFP) — Nach erneuten Funden von schwermetallbelastetem Kinderspielzeug aus China haben deutsche Verbraucherschützer von der EU-Kommission einen Einfuhrstopp gefordert. "Wenn weiter gesundheitsgefährdendes Spielzeug auf den europäischen Markt kommt, sollte Brüssel ein Importverbot erlassen. Das wäre ein Signal, das Peking sofort verstünde", sagte der Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".
Billen warf Bundesregierung und EU-Kommission zugleich mangelndes Problembewusstsein angesichts der Masse der Funde von giftigen Gebrauchsgütern aus Fernost vor. So seien die Kontrollen an den EU-Außengrenzen "völlig ungenügend", sagte Billen. "China ist inzwischen zum größten Exporteur von Spielwaren nach Europa aufgestiegen und zeigt nicht die geringste Bereitschaft, europäische Sicherheitsstandards einzuhalten. Das müssen EU-Kommission und Bundesregierung endlich begreifen und härter durchgreifen."
Der US-Marktgigant Mattel hatte vergangene Woche weltweit mehr als 18 Millionen Spielzeuge aus China zurückgerufen, weil sie mit giftiger bleihaltiger Farbe bemalt waren. Allein in den USA waren 9,5 Millionen Spielzeuge betroffen.
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